Rechtsirrtümer im Verkehrsrecht

5 Rechtsirrtümer im Verkehrsrecht – das sollten Sie wissen

Laut einer aktuellen Statistik gibt es in Deutschland über 17 Millionen ausgestellte Fahrerlaubnisse. Als Autofahrer wird man dabei oftmals mit gesetzlichen Tücken konfrontiert und gerade Fahranfängern ist nicht immer bekannt, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollten.
Wir, die Lazarus Rechtsanwälte, engagieren uns im Landkreis Dahme-Spreewald für Ihr Recht und klären Sie im Folgenden über die fünf wichtigsten Rechtsirrtümer im Verkehrsrecht auf.

1. Parkverbote für Werktage gelten am Wochenende nicht

Viele denken, dass Parkverbote für Werktage das gesamte Wochenende über inaktiv sind. Vergessen Sie jedoch nicht, dass der Samstag aus gesetzlicher Sicht ebenfalls ein Werktag ist. Das bedeutet, Park- und Halteverbote, die für Werktage gelten, sind nur sonntags und feiertags außer Kraft.
Steht auf dem Verkehrsschild jedoch der explizite Zusatz „Mo-Fr“, dann dürfen Sie an diesen Stellen feiertags, sonntags und samstags parken.

2. Das Rasen auf deutschen Autobahnen hat keine Konsequenzen

Ein ebenso weit verbreiteter Irrtum hängt mit der zulässigen Geschwindigkeit auf deutschen Autobahnen zusammen. Zwar gibt es dort keine Geschwindigkeitsbegrenzung, weswegen viele Fahrer die Höchstgeschwindigkeit ihrer Pkws auf Autobahnen austesten, jedoch gibt es eine gesetzliche Richtgeschwindigkeit.

Diese Richtgeschwindigkeit beträgt 130 km/h und definiert das Verhalten des idealen Autofahrers. Nun ist es so, dass die deutsche Rechtsprechung davon ausgeht, dass ein zurechnungsfähiger Fahrer stets nach diesem Ideal strebt und sich an die Richtgeschwindigkeit hält. Sollten Sie diese Richtlinie erheblich überschreiten, können Sie beim Eintreten eines Verkehrsunfalls als Mitschuldiger vor Gericht verurteilt werden, selbst wenn Sie nicht der Unfallverursacher waren.

 

Kontaktieren Sie uns gerne bei verkehrsrechtlichen Fragen.

Telefon: 03375 5171427

 

3. Nach einem Unfall muss zwangsläufig die Polizei verständigt werden

Dass nach einem Verkehrsunfall in jedem Fall die Polizei verständigt werden muss, gehört ebenfalls zum alltäglichen Halbwissen der deutschen Autofahrer. Bei leichten Unfällen, beispielsweise auf einem Parkgelände, können sich die Parteien selbst untereinander einigen, ohne die Polizei hinzuzuziehen. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, sich von allen Unfallbeteiligten schriftliche, unterschriebene Aussagen und Schuldanerkennungen aushändigen zu lassen. Sollten Sie und die anderen Unfallbeteiligten unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Schuld haben, ist es jedoch ratsam, die Polizei hinzuzuziehen.

Interessant: Übrigens denken viele, die Autos müssten nach einem Unfall stehen bleiben, bis die Polizei eingetroffen ist. Diese Vermutung entspricht nicht der Wahrheit, denn nach einem Unfall sollte der Verkehrsfluss möglichst schnell wiederhergestellt werden. Markieren Sie, wenn möglich, die Positionen der beteiligten Fahrzeuge und räumen Sie anschließend die Straße.

4. Wer unter Alkoholeinfluss Fahrrad fährt, verliert seinen Führerschein

Auch dieser Rechtsirrtum ist nur teilweise korrekt. Die Promillegrenze für Fahrradfahrer liegt bei 1,6 Promille und ist damit viel höher als die für PKW- und Motorradfahrer. Das hängt damit zusammen, dass vom Fahrradfahrer eine vergleichsweise beschränkte Gefahr ausgeht. Sollten Sie als Fahrradfahrer jedoch mit über 1,6 Promille einen Unfall verursachen, können folgende Strafen verhängt werden:

Punkte in Flensburg
Entzug der Fahrerlaubnis
Teilnahme an einer MPU (medizinisch-psychologischen Untersuchung)

5. Die Anwaltskosten bei einem Unfall trägt jeder selbst

Die Anwaltskosten aller Unfallbeteiligten trägt derjenige, der gerichtlich als Unfallverursacher verurteilt wird. Sollten Sie eine Teilschuld zugesprochen bekommen, tragen Sie ebenfalls nur einen Teil der gesamten Anwaltskosten. Da die meisten Deutschen jedoch über eine entsprechende Verkehrsrechtsschutzversicherung verfügen, dürfte der Eigenanteil überwiegend gering sein.

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