Steuerrecht 2022 – 7 Dinge, die sich verändert haben

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Steuerrecht 2022 – 7 Dinge, die sich verändert haben

Das deutsche Steuerrecht ist umfangreichund laufend werden relevante Regelungen geändert. Auch im Jahr 2022 wurden wesentliche Änderungen aufgenommen, die Sie in jedem Falle kennen sollten. Wir verraten Ihnen in diesem Ratgeber die sieben wichtigsten Punkte, die ab diesem Jahr gültig werden.

Punkt 1: Corona-Sonderzahlungen für Arbeitnehmende

Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen können auch im Jahr 2022 ihren Angestellten eine Corona-Sonderzahlung bis zu einer Höhe von 1.500 Euro steuerfreiausbezahlen. Bis zum 31.03.2022 sind diese Auszahlungen auch in diesem Jahr möglich.

Punkt 2: Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmende

Auch im Jahr 2022 ist die Corona-Pandemie präsent. Viele Arbeitnehmende verbringen einen großen Anteil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice. Damit auch Menschen, die kein separates Arbeitszimmer zur Verfügung haben, relevante Kosten absetzen können, soll die Homeoffice-Pauschale auch in diesem Jahr wieder zur Anwendung kommen. Diese ist mit fünf Euro pro Tag bei der Arbeit festgelegt. Maximal können 600 Euro pro Jahr in der Steuererklärung angegeben werden.

Punkt 3: Angaben zur Steuer bei 450 Euro Jobs

450 Euro Jobs sind für viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen eine attraktive Möglichkeit, um nebenbei etwas dazuzuverdienen. Die zugehörigen Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen müssen ab dem Jahr 2022 in den Meldungen zur Sozialversicherung nun auch Angaben zur Steuer machen. In der elektronischen Anmeldung steht hierzu der Baustein „Steuerdaten“ zur Verfügung.

Punkt 4: Der Steuerfreibetrag wird angehoben

Der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer wird ab 2022 von 9.744 auf 9.984 Euro angehoben. Dadurch werden alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen steuerlich entlastet. Zusätzlich werden die übrigen Tarifeckwerte um 1,17 % angehoben. Damit fällt der Spitzensteuersatz ab diesem Jahr ab einem Bruttoeinkommen ab 58.597 Euro an.

Punkt 5: Festlegung der Grundsteuer

Mit einem Urteil aus dem April 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die Festlegung der Grundsteuer als verfassungswidrig erklärt. Damit müssen ab diesem Jahr die veralteten Einheitswerte erneuert und verbindlich festlegt werden. Für alle Grundstücksbesitzer und Grundstücksbesitzerinnen heißt es daher dieses Jahr den neuen Bescheid genau zu prüfen. Bei Bedarf sollten Sie bei einem unplausibel erscheinenden Bescheid in jedem Falle fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Punkt 6: Änderungen bei Elektrofahrzeugen als Dienstwagen

Auch bei der Dienstwagenbesteuerung im Bereich der Elektrofahrzeuge gibt es 2022 eine wesentliche Neuerung. Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge, die auch Kohlenstoffdioxidemissionen aufweisen, wird die hälftige Bemessungsgrundlagebei privater Nutzung herangezogen. Wichtig ist jedoch, dass diese einen Listenpreis von mehr als 60.000 Euro haben und die Anschaffung zwischen dem 1.1.2019 und dem 31.12.2021 lag. Die Emission an Kohlenstoffdioxid darf maximal 50 Gramm pro Kilometer betragen. Für die elektrische Reichweite gelten folgende Grenzwerte:

  • Anschaffung zwischen dem 1.1.2019 und dem 31.12.2021: 40 Kilometer und mehr
  • Anschaffung zwischen dem 1.1.2022 und dem 31.12.2024: 60 Kilometer und mehr
  • Anschaffung zwischen dem 1.1.2025 und dem 31.12.2030: 80 Kilometer und mehr

Sollten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ein Fahrtenbuch führen, dürfen Kosten für Miete oder Leasing ebenfalls nur zur Hälfte angesetzt werden.

Punkt 7: Erhöhung der Freigrenze für Sachbezüge

Im Jahr 2022 wird die Freigrenze für Sachbezüge von 44 auf nun 50 Euro im Monat angehoben. Wichtig ist für Sie, dass Sie hierbei beachten, dass keine Hochrechnung der Freigrenze auf das Gesamtjahr vorgenommen werden darf. Vielmehr sind diejeweiligen Monatsgrenzen zu beachten. Bei optimaler Ausnutzung lässt sich so ein Gesamtwert an Sachbezügen von 600 Euro im Jahr unversteuert ansetzen.

Sachbezüge sind so für alle Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen eine attraktive Möglichkeit, um den Angestellten ein steuerfreies Gehaltsplus zu gewähren. Anwälte und Anwältinnen, zum Beispiel unser Team von Lazarus Rechtsanwälte, können Sie als Unternehmer oder Unternehmerin dazu beraten, welche legalen Möglichkeiten hierbei zur Verfügung stehen.

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