Homeoffice: die rechtliche Situation

Homeoffice: die rechtliche Situation

Die Homeoffice-Pflicht zur Eindämmung des Coronavirus wurde ab dem 1. Juli 2021 ausgesetzt. Seitens der Bundesregierung heißt es, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten auch weiterhin das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen können, damit diese bestmöglich geschützt sind. Wie ist allerdings die rechtliche Lage, wenn von Beschäftigten verlangt wird, in Präsenz zu arbeiten, obwohl diese lieber von zu Hause aus weiterarbeiten wollen?
Besteht bei dieser Frage ein Recht auf Homeoffice? Können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Homeoffice vorschreiben? Welche Ausstattung steht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu? All diese Fragen beantworten wir von Lazarus Rechtsanwälte in Königs Wusterhausen Ihnen in diesem Artikel.

Homeoffice: Die juristische Lage

Das Gewohnheitsrecht besteht nicht als Gesetz, sondern lediglich als juristischer Begriff. Gewohnheitsrecht zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht verschriftlicht ist. Es kommt nicht durch Gesetzgebung zustande, sondern durch eine lang andauernde Anwendung von Regeln und Rechtsvorstellungen. Das Arbeitsrecht sieht allerdings ein solches Gewohnheitsrecht nicht vor. Ein Gewohnheitsrecht ist auch deswegen nicht zu begründen, weil die Zeit, in der die Homeoffice-Pflicht Geltung hatte, zu kurz ist.
In Deutschland ist es zudem allen freigestellt, zu klagen. Formal betrachtet kann also gegen die Präsenzpflicht geklagt werden, um das Arbeiten im Homeoffice durchzusetzen. Die Erfolgsaussichten sind allerdings äußerst gering, weil es keine juristische Grundlage gibt, die einen Anspruch auf Homeoffice rechtfertigt. Sollten Sie diesen Weg dennoch beschreiten wollen, sollten Sie, solange die Klage andauert, unbedingt in Präsenz arbeiten. Andernfalls machen Sie sich juristisch angreifbar und liefern Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern einen Kündigungsgrund gegen Sie.

Homeoffice: Welche Ansprüche auf Arbeitsmittel und Ausstattung gibt es?

In Zeiten der Pandemie ist die Homeoffice-Pauschale die bedeutendste. Während bisher strenge Voraussetzungen galten, um Heimarbeit zu leisten und die Tätigkeit steuerlich abzusetzen, haben Berufstätige nun durch die neu eingeführte Homeoffice-Pauschale mehr Möglichkeiten. So können 2021 auch Kosten abgeführt werden, die bisher nicht gültig waren, darunter Werbungskosten bis zu einer Höhe von 600 Euro im Jahr und von 5 Euro am Tag. Für Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, die geringere Werbungskosten haben, gilt die Pauschale jedoch nicht.

  • Grafiktablett
  • Laptop
  • Spezielle Programme
  • Spezialdrucker
  • Schreibtisch
  • Beleuchtung
  • Stuhl

Diese augenscheinlich klare Rechtslage ist allerdings mit einem Haken versehen. Das Arbeiten von zu Hause aus, das mit der Coronakrise verbunden ist und durch die Coronakrise weite Verbreitung gefunden hat, gilt nicht als klassisches Homeoffice. Die juristische Definition von Homeoffice beinhaltet, dass die Beschäftigten keine feste Arbeitsstelle im Unternehmen haben.
Das klassische Homeoffice bedeutet also, dass die Beschäftigten durchgehend von zu Hause aus tätig sind. Durch die Homeoffice-Pflicht ist eine besondere Situation entstanden, weil die Beschäftigten generell einen festen Arbeitsplatz im Unternehmen haben, allerdings wegen des Infektionsschutzgesetzes von zu Hause arbeiten. In dieser besonderen Situation gilt daher, dass es keine verbindlichen, juristischen Regelungen gibt, die festlegen, welche Ausstattung und welche Arbeitsmittel Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zur Verfügung stellen müssen. Wenn Sie sich in Ihrem je individuellen Fall Klarheit verschaffen wollen, ist eine juristische Beratung bei einem Anwalt für Arbeitsrecht sinnvoll.

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