Homeoffice steuerlich absetzen – lohnt sich das?

Homeoffice steuerlich absetzen – lohnt sich das?

Im Zuge der Corona-Pandemie ist das Thema Homeoffice für viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in den Fokus gerückt. Um Ansteckungsketten zu vermeiden, setzen zahlreiche Unternehmen seit 2020 auf eine Homeoffice-Lösung für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Aber was bedeutet das steuerrechtlich eigentlich, lässt sich das Homeoffice absetzen und worauf müssen Sie dabei achten? Wir, Ihre Lazarus Rechtsanwälte, stehen Ihnen in Königs Wusterhausen sowie dem Landkreis Dahme-Spreewald rechtlich zur Seite und erklären Ihnen hier Schritt für Schritt, welche steuerlichen Auswirkungen das Homeoffice für Sie haben kann.

Was Sie im Homeoffice absetzen können

Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich die Politik bereits 2020 auf eine Pauschale für das Homeoffice geeinigt. Diese soll zu einer Entlastung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen führen, die temporär oder sogar langfristig keinen Büroplatz mehr zur Verfügung haben. Zu Hause zu arbeiten birgt immerhin einige Zusatzkosten für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Es muss ein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, ebenso wie Büromöbel und eine mögliche technische Ausstattung. Zudem steigen die Nebenkosten für Heizung, Strom, Wasser und Telekommunikation. Die logische Folge ist natürlich, dass all diese Komponenten auch steuerlich zu berücksichtigen sind.

Was vor der Pauschale möglich war, geht immer noch

Mit der Homeoffice-Pauschale soll das Absetzen des Arbeitszimmers erleichtert werden. Bevor diese Pauschale eingeführt wurde, konnten alle, die von zu Hause aus arbeiten, ihr Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Alle Kosten, die mit dem Arbeitszimmer zusammenhängen, lassen sich von der Steuer absetzen. Dazu gehören anteilig Miete und Nebenkosten, etwaige Renovierungskosten sowie die Ausstattung und nötige Arbeitsmaterialien. Die Arbeitszimmer-Regelung hat ihre Gültigkeit nicht verloren. Mit der Homeoffice-Pauschale sollen die Maßnahmen zur steuerlichen Absetzbarkeit nur vereinfacht werden. Ein paar Fakten zu Homeoffice und Steuer.

Homeoffice mit Arbeitszimmer

Voraussetzung: Ein Raum innerhalb der Wohneinheit wird ausschließlich als Arbeitszimmer genutzt. Eine private Nutzung darf nicht erfolgen. Ist dies der Fall, sind sämtliche Kosten in Verbindung mit dem Arbeitszimmer steuerlich absetzbar. Das Arbeitszimmer muss nicht zu 100 Prozent genutzt werden. Fährt der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin an ein bis zwei Tagen in der Woche ins Büro, gilt das Arbeitszimmer noch immer als Arbeitsmittelpunkt. Problematisch wird es erst, wenn mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im Büro gearbeitet wird.

Homeoffice ohne Arbeitszimmer

Mussten Sie innerhalb der Pandemie zum Arbeiten in die eigenen vier Wände ausweichen, haben aber kein eigenes Arbeitszimmer zur Verfügung, können Sie dennoch ein paar Dinge steuerlich geltend machen. Die neu eingeführte Homeoffice-Pauschale berechtigt Sie dazu, für jeden Arbeitstag zu Hause fünf Euro abzusetzen, allerdings nur für maximal 120 Tage im Jahr. Das sind insgesamt 600 Euro, die Sie jährlich als Homeoffice-Pauschale geltend machen können. Aber Obacht: Angerechnet wird das Ganze auf die Werbungskostenpauschale.

Was sich genau absetzen lässt

  • Arbeitsmittel: Ob Materialien oder Büromöbel – alles, was Sie zum Arbeiten benötigen und aus eigener Tasche bezahlen, können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Das gilt natürlich ebenso für die technische Ausstattung und anteilig auch für erhöhte Kosten für Telekommunikationsmittel. Dies ist sogar unabhängig davon, ob Sie ein eigenes Arbeitszimmer nutzen oder nicht.
  • Haushaltsnebenkosten: Anteilig absetzen können Sie Ihre durch das Homeoffice erhöhten Strom-, Heiz- und Wasserkosten.
  • Mietkosten: Diese lassen sich ebenfalls anteilig absetzen – aber ebenso wie die Nebenkosten nur dann, wenn Sie ein Arbeitszimmer nach geltendem Finanzrecht nutzen.

Steuerliche Vorteile und Nachteile durch das Homeoffice

Das Arbeiten im Homeoffice bringt nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile mit sich. Diese wollen wir Ihnen hier kurz darlegen:

Vorteile:

  • Mit einem eigenen Arbeitszimmer lassen sich Mietkosten, Nebenkosten und auch Reinigungs- und Renovierungsarbeiten absetzen, was einen steuerlichen Vorteil mit sich bringt. Ebenso lässt sich die Büroausstattung steuerlich geltend machen.
  • Ohne Arbeitszimmer können derzeit maximal 600 Euro im Jahr per Homeoffice-Pauschale abgesetzt werden.
  • Mit einem Arbeitsplatz im Homeoffice sparen Sie nicht nur steuerlich. Sie haben daneben auch weniger Kosten für Arbeitswege und kostenintensivere Mittagsessen.

Nachteile:

  • Entfernungspauschalen entfallen oder werden gemindert.
  • Die Homeoffice-Pauschale wird auf die Werbungskostenpauschale angerechnet. Haben Sie also Werbungskosten, die unter 1.000 Euro im Jahr (steuerliche Deckelung der Werbungskosten) liegen, ist die Homeoffice-Pauschale wirkungslos.

Welche Nachweise Sie für das steuerliche Absetzen Ihres Homeoffices benötigen

Möchten Sie Steuern im Zusammenhang mit Ihren Homeoffice-Tätigkeiten absetzen, sollten Sie alle entsprechenden Belege stets für etwaige Nachfragen des Finanzamtes aufbewahren. Haben Sie ein eigenes Arbeitszimmer, gehören dazu der Mietvertrag und eine Auflistung der entstehenden Nebenkosten. Weiterhin zählen dazu Kaufbelege für Arbeitsmaterialien und Ausstattung. 

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Fotos von seinem Arbeitszimmer machen, um diese dem Finanzamt auf Nachfrage zur Verfügung stellen zu können. Private Gegenstände sollten Sie generell lieber entfernen.

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