Kündigung in Zeiten der Corona-Pandemie

© adobeStock/fotogestoeber

Kündigung in Zeiten der Corona-Pandemie

Wegen Corona gekündigt – das ist seit der Ausbreitung der Corona-Pandemie ein häufig genannter Grund, der zu arbeitsrechtlichen Konflikten führen kann. Oftmals besteht auf beiden Seiten, sowohl bei Unternehmern als auch bei Arbeitnehmern, Unsicherheit, ob die aktuelle Krise als Kündigungsgrund herangezogen werden darf. Wir von Lazarus Rechtsanwälte empfehlen betroffenen Personen, die Kündigung nicht ohne Weiteres hinzunehmen, sondern diese rechtlich überprüfen zu lassen. Denn die Corona-Pandemie ist nicht automatisch ein rechtswirksamer Kündigungsgrund.

Auch während der Pandemie gilt der Kündigungsschutz

Angesichts der aktuellen Krise wäre es wünschenswert, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam versuchen, die außergewöhnliche Situation zu meistern. Realistisch betrachtet kommt es aber zu zahlreichen arbeitsrechtlichen Konflikten, die den Kündigungsschutz betreffen. Diesen genießen Arbeitnehmer, die mindestens ein halbes Jahr in einem Betrieb mit mehr als zehn Mitarbeitern angestellt sind. Ist dies der Fall, braucht der Arbeitgeber einen Grund, um eine Kündigung auszusprechen.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Kündigung gegeben sein?

Betriebsbedingte Kündigung

Da sich die wirtschaftliche Lage von Betrieben durch die Corona-Pandemie vorübergehend verschlechtern kann, liegt in einigen Fällen möglicherweise ein sogenanntes dringendes betriebliches Erfordernis vor. Dies kann zum Beispiel folgende externe Faktoren umfassen:

  • Auftragsmangel
  • Absatzschwierigkeiten
  • Umsatzrückgang
  • Veränderung der Marktstruktur

Damit diese Faktoren als Kündigungsgrund herangezogen werden können, muss allerdings zum Zeitpunkt der Kündigung feststehen, dass der Beschäftigungsbedarf tatsächlich entfällt. Dies wäre wiederum nur möglich, wenn man die Folgen der Krise absehen könnte. „Auf Vorrat“ dürfen Arbeitgeber nicht kündigen, weshalb ein pauschaler Hinweis auf wirtschaftliche Schwankungen kein Kündigungsgrund ist.

Sonderfall: „Betrieb vorübergehend stillgelegt“

Wenn Unternehmen notgedrungen schließen, bis sich die Situation entspannt hat, kann dies eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen. Allerdings muss der Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Kündigung bereits die Absicht formulieren, dass er bisherige Dienstleistungen für eine wirtschaftlich erhebliche Zeitspanne nicht mehr erbringt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Pachtverträge gekündigt oder Maschinen veräußert werden. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie dazu auffordert, eine derartige Vereinbarung zu schließen, sollten Sie dennoch nicht ohne Weiteres unterschreiben, sondern sich rechtlichen Rat einholen.

Personen- und verhaltensbedingte Kündigung

Eine verhaltensbedingte Kündigung kann ausgesprochen werden, wenn ein Arbeitnehmer die Arbeit aus Angst vor einer Infektion verweigert. Auch im umgekehrten Fall, wenn der Arbeitnehmer trotz einer Infektion zur Arbeit kommt und damit andere Mitarbeiter gefährdet, ist eine verhaltensbedingte Kündigung möglich. Vorab muss aber eine Abmahnung durch den Unternehmer erfolgen.

Weniger wahrscheinlich ist eine personenbedingte Kündigung. Hierfür müsste die Covid-19-Infektion beim Mitarbeiter zu einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit führen. In der Regel dauert eine Infizierung mit dem Virus ein paar Wochen. Während dieser Zeit erhält der Arbeitnehmer eine Entgeltfortzahlung (hier gilt eine Frist von bis zu sechs Wochen). Kommt es dennoch zu einem längeren krankheitsbedingten Ausfall, erhält der Mitarbeiter nach Verstreichen der Frist ggf. Krankengeld.

Rechtlichen Rat einholen

Ihr Arbeitgeber legt Ihnen die Kündigung vor und begründet diese mit der aktuellen Corona-Krise? Unterschreiben Sie nichts, ohne rechtlichen Rat eingeholt zu haben! Wenden Sie sich vertrauensvoll an unsere Kanzlei in Königs Wusterhausen. Unsere Rechtsanwälte prüfen genau, ob die Kündigung rechtens ist und ob eine Kündigungsschutzklage in Ihrem Fall erfolgversprechend ist. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch.

No Comments Yet.

Leave a reply