Steuerrecht 2021: 10 Dinge, die sich verändert haben

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Steuerrecht 2021: 10 Dinge, die sich verändert haben

Das Steuerrecht 2021 bringt Veränderungen mit sich, die einige Vorteile bieten. Das betrifft besonders die Homeoffice-Pauschale, den Solidaritätszuschlag für die Einkommensteuer, das Kindergeld und den Mindestlohn. Die 10 wichtigsten Dinge, die sich im Steuerrecht verändert haben, sollen hier zusammengefasst werden. Für mehr Informationen kontaktieren Sie gerne unsere Kanzlei Lazarus Rechtsanwälte.

1. Soli und Freibeträge

Im Jahr 2021 entfällt der Solidaritätszuschlag bei einem Prozentsatz von 5,5 auf die Einkommensteuer. Der Grundfreibetrag steigt und liegt nun bei 9.744 Euro für Ledige. Er erhöht sich auch für Verheiratete und liegt hier bei 19.488 Euro.

Damit bleiben alle Beträge des Einkommens unterhalb dieser Grenze steuerfrei. Eine Einkommensteuer muss dann nicht bezahlt werden. Für Anleger gilt dies nicht. Sie müssen den Soli weiterhin zahlen, darunter auf Zinsen und steuerpflichtige Kapitalerträge.

2. Die Homeoffice-Pauschale

In Zeiten der Pandemie ist die Homeoffice-Pauschale die bedeutendste. Während bisher strenge Voraussetzungen galten, um Heimarbeit zu leisten und die Tätigkeit steuerlich abzusetzen, haben Berufstätige nun durch die neu eingeführte Homeoffice-Pauschale mehr Möglichkeiten. So können 2021 auch Kosten abgeführt werden, die bisher nicht gültig waren, darunter Werbungskosten bis zu einer Höhe von 600 Euro im Jahr und von 5 Euro am Tag. Für Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer, die geringere Werbungskosten haben, gilt die Pauschale jedoch nicht.

3. Anstieg der Einkommensgrenze und des Mindestlohns

Ab Januar 2021 zeigt sich auch der Mindestlohn in einem höheren Betrag. Er steigt bis 2022 auf 10,45 Euro. Dabei erfolgt die Erhöhung in mehreren Schritten. Bis Juli 2021 beträgt er nicht mehr 9,50 Euro, sondern 9,60 Euro. Im Januar 2022 liegt er bei 9,82 Euro und im Juli 2022 erreicht er die Obergrenze von 10,45 Euro. Für Arbeitgeber erfordert der Anstieg die Überprüfung der Gehälter von Minijobbern. Durch höhere Mindestlöhne kann die 450-Euro-Grenze überschritten werden.

4. Berufspendler-Pauschale

Für Berufspendler bringt das Jahr 2021 durch die Erhöhung der Pendlerpauschale ebenfalls Vorteile. Statt 0,30 Euro pro Entfernungskilometer gibt es ab dem 21. Kilometer 0,35 Euro. Die höhere Pauschale ist bis zum Jahr 2027 gültig und fällt dann wieder auf den Vorbetrag. Die Pauschale bezieht sich auch auf familiäre Heimfahrten und Fahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung mit Zweitwohnung.

5. Der Behindertenpauschalbetrag

Personen mit Behinderungen sollen 2021 entlastet werden. Die Behinderungspauschale verdoppelt sich im Betrag, die anstelle der tatsächlichen Kosten dann steuerlich geltend gemacht werden kann.

6. Erhöhung des Kindergelds und Unterhaltszahlungen von Kindern für Eltern

2021 erhöht sich das Kindergeld für Eltern um 15 Euro. Gleiches gilt für Kinderfreibeträge und Betreuungsfreibeträge. Pflege- und Krankenversicherungen für Kinder sind nun steuerlich absetzbar.

Die Unterhaltspflicht für Kinder für pflegebedürftige Eltern hat sich ebenfalls verändert. Ab 2021 wird sie dann wirksam, wenn das Einkommen des Kindes bei 100.000 Euro liegt.

7. Steuervorteile für vergünstigte Vermietungen

Werden Wohnungen an Familienangehörige vermietet, ist die Miete oftmals geringer. Das wirkte sich bisher ungünstig auf die Steuer aus. So konnten Vermieter/innen Werbungskosten nicht in voller Höhe absetzen, wenn die Miete günstiger war. Das galt nur für Mieten, die mindestens 66 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete lagen. Diese Grenze ist 2021 gefallen und liegt nun bei 50 Prozent in Bezug auf die Vergleichsmiete. So sind auch steigende Mieten keine Steuerfalle und ermöglichen faire Mietpreise.

8. Mobilitätsprämie

Die Mobilitätsprämie gilt für den Zeitraum 2021 bis 2026 und kann innerhalb dieser Zeit beantragt werden. Sie ist dazu gedacht, Geringverdienende zu unterstützen, deren Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt. Positiv ist, dass die Prämie direkt auf das Konto ausgezahlt wird.

9. Steuerklassenwechsel bei Verheirateten

Bisher galt die Voraussetzung, dass Ehepaare die Steuerklasse einmal im Jahr wechseln konnten. Seit 2020 und so auch im Jahr 2021 ist das häufiger möglich. Das ist dann der Fall, wenn:

  • eine Trennung oder Scheidung vorliegt
  • einer der Ehepartner/innen verstirbt
  • einer der Ehepartner/innen arbeitslos wird
  • einer der Ehepartner/innen nach der Arbeitslosigkeit wieder berufstätig wird

Geringere Ersparnis für Gutverdienende

Für Gutverdienende bringt das Jahr 2021 weniger Vorteile. Die Ersparnis ist bei einem hohen Einkommen geringer als bei einem mittleren oder niedrigen. Das betrifft auch Soli und Steuern. Wir informieren Sie gerne, welche Möglichkeiten Sie haben. Vereinbaren Sie mit der Kanzlei Lazarus Rechtsanwälte einen ersten Termin.

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